PRESSESPIEGEL

ANAAXXUSITCHIASII INNA...

Liestal Mitreissendes Konzert des Kammerchors Munzach 

 

Zur Sache! Das werden ungeduldige Leser/innen sagen. Aber wir sind schon beim Thema «Vaterunser» – allerdings auf Eskimonesisch. Auch mit «Missierna, li inti fis-smewwiet» auf Maltesisch oder mit «Eise Papp am Himmel» auf Luxemburgisch und mit «Atta unsar thu in himinam» auf Altgotisch meinen wir das Gleiche. Und mit «Libe Vatter im Himu» im Nidwaldner Dialekt wird das christliche Hauptgebet schon verständlicher. Noch schöner aber ist es, wenn wir das «Vater unser » singen hören.

 

Und das tat er, der Kammerchor Munzach. Zwar nicht ganz so exotisch, dennoch in fünf Sprachen.

 

Vom Gregorianischen Choral, über das französische «Notre Père» (Maurice Duruflé), die deutsche Komposition von Heinrich Schütz, das «Pater Noster» von Igor Strawinsky, John Taveners « The Lord’s Prayer» bis zur zeitgenössischen Version des Schweizer Komponisten Peter Appenzeller (*1955). Letztere wurde von Jakob Bergsma, Dirigent des Munzach Chores eigens für das diesjährige Herbstkonzert «Singet dem Herrn» in Auftrag gegeben. «Bapnos», also das im rätoromanischen Vallader-Dialekt vorgetragene «Vaterunser» war es denn auch, welches am Samstagabend in Liestals Stadtkirche für Furore sorgte.

 

«Die rätoromanische Seele singt» resümierte eine Zuhörerin begeistert. Eine andere Dame konstatierte: «Ich war musikalisch im Himmel»! Jede und jeder war auf seine Weise mitgerissen.

 

In Anlehnung an die Gregorianik wurde zunächst jede Strophenzeile des «Vaterunser» rhythmisch frei und einstimmig, dann in rhythmisch-harmonisch gefügter Form vierstimmig vorgetragen. Das Gebet wird erweitert, in dem jedem einzelnen Vers des «Vaterunser» zusätzlich Texte der Dichterin Rose Aggeler angefügt werden. Das Besondere dieses vielseitig gestalteten geistlichen Werks ist, dass Peter Appenzeller bei der Vertonung sozusagen jedes Wort in seiner Bedeutung akribisch berücksichtigt hat. Musik und Wort stehen sich 1:1 gegenüber, die seelischen Regungen können so gesanglich ideal dargestellt werden. Da heisst es zum Beispiel «… Führe uns durch die Verwirrungen, auf dem schmalen Grat der Mitte …» Dem Wortfluss entsprechend hat der Chor diese Passage unglaublich gut umgesetzt, die gequälten Seelen wurden spürbar hörbar und die Zuhörer wähnten sich in einem babylonischen Sprachgewirr …

 

Dass es für den Chor nicht einfach war, sich auf die rätoromanische neue Version des Gebetes einzulassen, leuchtet ein, war hierfür doch ein anderes Verständnis nötig. Dazu kam, dass Lieder aus verschiedenen Epochen eh schon eine Herausforderung sind. Aber: die Feuerprobe ist bestanden!

 

Nur schade, dass die Kerze am wunderschönen Adventskranz nicht entzündet wurde.

 

Strahlkraft lag dennoch in den von der Organistin Nicoleta Paraschivescu furios interpretierten ergänzenden Werken von J.S. Bach (1685–1750) und Felix Mendelsohn (1809–1847), sowie in den Gesängen von Thomas Tallis (1505–1585), Franz Schubert(1797-–1828), Henry Purcell (1659–1695).

 

Freunde sakraler Chormusik kamen voll auf ihre Rechnung und konnten erst noch Momente der stillen Einkehr geniessen.

SABINA DROLL, Konzertkritik 10.12.2015 OBZ


GESUNGENE MARIENBILDER

Am Sonntagabend sang der Kammerchor Munzach in der katholischen Kirche Liestal unter Jakob Bergsma Gesänge von Mozart und Haydn zum Thema «Marienbilder». Obwohl wir von Maria historisch wenig wissen, ist sie doch die Frau mit der stärksten Wirkungsgeschichte im Abendland. Ihr sind auch wunderbare Musikwerke zu verdanken. Der Kammerchor Munzach interpretierte das frühe, fugisch aufgebaute und intime Kyrie KV 90 von Wolfgang Amadé Mozart a cappella und überzeugte mit guter Diktion und geschmeidigem Gesamtklang. Im frühen, noch sehr barocken «Salve Regina» von Joseph Haydn brillierte die Sopranistin Perrine Devillers mit ihrer glasklaren, insistenten und tragenden Stimme. Das Ensemble mit der Konzertmeisterin Iris Ewald-Tillner gefiel mit durchhörbarem, dynamisch ausgewogenem Klang. Auch im lebhaften «Dixit Dominus» KV 193, das Mozart im Alter von 20 Jahren komponiert hat, wusste der Chor durch Intonationssicherheit und Homogenität zu gefallen. Das zweite «Salve Regina » von Haydn, Hob XXIIIb:2, das im Jahre 1770/71 entstand, wurde vom Solistenquartett gesungen. Perrine Devillers (Sopran), Lisa Weiss (Alt), Florian Glaus (Tenor) und Csongor Szántó fanden zu einem harmonischen, ausgeglichenen und innigen Gesamtklang zusammen, wie man ihn selten hört. Das «Salve Regina» lotet die psychologische Tiefe des geistlichen Textes aus. Der niederländische Cembalist Arend Grosfeld interpretierte am Orgelpositiv die konzertanten Einlagen, welche dem Stück einen Glanzpunkt aufsetzten. Das abschliessende «O clemens» besteht aus abwechslungsweisen Unisono- und Imitationsteilen. Als Abschluss sang der Chor Mozarts «Magnificat» KV 193, den letzten Teil der für den Salzburger Dom geschriebenen Vesper von 1774. Dieses Stück, dessen Text ein «revolutionäres » Gebet darstellt, klingt mit der gemächlichen, fast wiegenden Fuge «Et in saecula saeculorum» aus. Dirigent Jakob Bergsma, Solistinnen und Solisten, Chor und Musizierende erhielten nach ihrer hervorragenden Leistung lang anhaltenden Applaus.

THOMAS BRUNNSCHWEILERKonzertkritik 27.11.2014 OBZ


ZUM 30-JÄHRIGEN JUBILÄUM DER ZEITSCHRIFT CHORUS

Als Frühlingskonzert 2009 trugen der Kammerchor Munzach und die Tanzgruppe Danza Antica Lieder aus Barock und Renaissance vor:

 

«Munzach? Wo ist denn das?» haben uns schon etliche Leute gefragt. Munzach ist Fundort einer römischen Siedlung und einer spätantiken Kirche in Liestal, Kanton Basel-Landschaft. Nun, ganz so alt wie diese Mauern ist unser Chor noch nicht, aber wir können dieses Jahr immerhin auf 30 Jahre Chorgeschichte zurückblicken. Und unser Dirigent, Jürg Siegrist, ist darum besorgt, dass unser Gesang ebenso stabil ist wie die Fundamente der römischen Bauwerke.

Von Konfirmanden gegi undet Entstanden ist der Chor dank der Unterstützung von Reiner Jansen, damals Pfarrer der Kirchgemeinde Frenkendorf-Füllinsdorf. Rita Weiss Cavegn, Aktivmitglied der ersten Stunde und langjährige Vizepräsidentin, erinnert sich: «Im Frühling 1979 kamen einige singfreudige Konfirmandinnen und Konfirmanden auf die Idee, die Beat-Messe <Shalom-Shalom> aufzuführen. Anne Sprunger und Reiner Jansen leiteten das Projekt. Nach der Konfirmation wollten einige Jugendliche weiterhin zusammen singen und gründeten im Sommer 1979 einen Chor, der später den Namen <Kammerchor Munzach> erhielt.»

Seitdem hat der Chor viele Sängerinnen kommen und gehen sehen. Aber ein harter Kern von rund 35 Mitgliedern ist seit vielen Jahren begeistert dabei. Jeden Frühling und Herbst wird ein Konzert aufgeführt. Im Frühling eher leicht verdauliche klassische Lieder, meistens mit einem besonderen Rahmenprogramm (z.B. Thema «Märchen» mit Geschichtenerzählern), im Herbst ein klassisches Werk mit Orchester- und Solistenbegleitung (z.B. Martin: «Messe für zwei vierstimmige Chöre», Schütz: «Musikalische Exequien»).

 

Wir freuen uns auf die nächsten 30 Jahre und auf neue Mitsängerinnen und Mitsänger.

BARBARA LÜDI, ehem. Präsidentin des Kammerchor Munzach, August 2009


JÜDISCHES AUS ALLER WELT

Von chassidischer Tanzmusik, über Gesänge der sephardischen Juden aus dem spanischen Raum bis zu den singenden Bemühungen israelisch-palästinensischen Dialogs werden der Kammerchor Munzach und die zwei Instrumenalistinnen ein weites Feld jüdischer Musikkultur durchmessen. Genaueres folgt bald.

Freitag, 07. Februar 2020, 20 Uhr

Sonntag, 09. Februar 2020, 11 Uhr

Orte werden noch bekannt gegeben

Jakob Bergsma | Leitung

Johanna Lamprecht | Bratsche

Judith Flury | Klavier

Kollekte

Koll